Normung – Kompetenz und Erfahrung

Mechanische Verbindungselemente sind Massenartikel, die weltweit in allen Bereichen der Technik eingesetzt werden. Die Verfügbarkeit und Austauschbarkeit werden durch eine sachgerechte Vereinheitlichung in Normen sichergestellt.
Der Normenausschuss Mechanische Verbindungselemente (FMV) im DIN ist zuständig für die Normung u. a. von Schrauben, Muttern und Scheiben. In den vier Fachbereichen des FMV erfolgt die Erarbeitung und Aktualisierung von Grundnormen, Funktionsnormen und Produktnormen.
Die europäische und internationale Normung erfolgt in den Technischen Komitees von CEN/TC 185 "Mechanische Verbindungselemente" und ISO/TC 2 "Mechanische Verbindungselemente". Die Sekretariate dieser beiden Technischen Komitees werden vom FMV geführt.


Normung – von Beginn an gut

Die deutsche Normungsarbeit begann im Jahr 1917 mit der Gründung des Normenausschusses der deutschen Industrie (NADI) als Vorgänger des DIN Deutschen Instituts für Normung e. V. Die Normung von Schrauben, Muttern und Zubehör, auch ohne Gewinde, war eines der ersten Anliegen. Die DIN 1 "Kegelstifte" mit Ausgabedatum März 1918 ist dafür ein Beweis.
Der seit 1917 im DIN bestehende Arbeitsausschuss "Schrauben" wurde 1971 in "Normenausschuss Mechanische Verbindungselemente" (FMV) umbenannt.


Bereits 1952 wurde dem DIN das Sekretariat des internationalen Technischen Komitees ISO/TC 2 "Mechanische Verbindungselemente" übertragen, das zunächst vom Arbeitsausschuss "Schrauben" und danach vom FMV geleitet wurde. Im Jahr 1989 wurde das Sekretariat des europäischen Technischen Komitees CEN/TC 185 "Mechanische Verbindungselemente" vom FMV übernommen. Damit erhielt der FMV eine außergewöhnliche nationale, europäische und internationale Normungsverantwortung.

Im Zeichen eines weltweiten Warenaustausches ist es insbesondere bei Normteilen dringend erforderlich, dass diese überall auf der Welt mit einheitlichen Maßen, gleichen mechanischen Eigenschaften und gleicher Qualität verfügbar sind. Deshalb verfolgt die internationale Normung von mechanischen Verbindungselementen folgende Ziele :
– weltweite Austauschbarkeit, z. B. durch Normung einheitlicher Maße und mechanischer Eigenschaften;
– Sicherung der Qualität, z. B. durch Festlegung hoher Anforderungen und deren Prüfung;
– Verminderung der Sortenvielfalt, z. B. durch Begrenzung der Zahl der Nenngrößen und Festigkeitsklassen;
– weltweite Verständigung, z. B. durch Normung einheitlicher Bezeichnungen.
Ziel ist es, die internationale Normungsarbeit zu verstärken. Dabei soll die sachliche Erarbeitung von Normen im Bereich der mechanischen Verbindungselemente nach Möglichkeit auf der ISO-Ebene erfolgen, mit anschließender unveränderter Übernahme als Europäische Normen (EN-ISO-Normen), die dann als DIN-EN-ISO-Normen in das deutsche Normenwerk übernommen werden.


Normung – globale Chancen nutzen

Stadien der Erstellung einer Norm
– Normungsantrag
– Norm-Vorlage
– Manuskript für Norm-Entwurf
– Norm-Entwurf
– Stellungnahmen, Einsprüche
– Manuskript für Norm
– Veröffentlichung der Norm

Normungsantrag
Das Bearbeiten einer bestimmten Normungsaufgabe muss beantragt werden. Normungsanträge können von jedermann beim DIN eingereicht werden.

Aktualität der Normen
Jede Norm muss mindestens alle 5 Jahre auf den Stand der Technik überprüft werden. Danach wird diese bestätigt, überarbeitet oder zurückgezogen.

Rechtsverbindlichkeit von Normen
Aus rechtlicher Sicht ist die Anwendung von Normen auf technische Sachverhalte nicht verbindlich. Normen sind nur dann rechtlich verbindlich, wenn auf sie in Rechtsvorschriften verwiesen wird oder sie in Verträgen vereinbart werden. Regelungen in Normen geben noch keine hinreichende Sicherheit, dass der Stand der Technik eingehalten wird. Sie werden aber von Gerichten als Bewertungsmaßstab im Sinne einer anerkannten Regel der Technik herangezogen.

Nationale Normungsarbeit im Bereich FMV
Die Facharbeit wird in den FMV-Arbeitsausschüssen von Experten aus Kreisen der Hersteller, des Handels und der Anwender getätigt. Jeder kann in den FMV-Arbeitsausschüssen nach der Richtlinie für Normenausschüsse im DIN mitarbeiten sowie Stellung zu den veröffentlichten Normen und Norm-Entwürfen nehmen.

Europäische/Internationale Normungsarbeit im Bereich FMV
Die europäische/internationale Normungsarbeit wird in den Technischen Komitees von CEN bzw. ISO durchgeführt. Die nationale Vorbereitung sowie die Erarbeitung von Stellungnahmen zu europäischen/internationalen Normungsergebnissen und von Normungsvorschlägen erfolgt in den FMV-Arbeitsausschüssen. Diese Ausschüsse delegieren ihre Experten in die Technischen Komitees von CEN/TC 185 bzw. ISO/TC 2, um dort die abgestimmte deutsche Meinung zu vertreten.

Übernahme von Europäischen/Internationalen Normen
Eine Europäische Norm (EN) muss in allen 30 Mitgliedsländern des CEN auf nationaler Ebene angekündigt, als identische nationale Norm veröffentlicht oder anerkannt werden, und entsprechende nationale Normen müssen zurückgezogen werden. Eine Internationale Norm (ISO), die nicht als EN-ISO-Norm vom CEN übernommen wurde, kann als DIN-ISO-Norm auf nationaler Ebene übernommen werden.

 
   


Normung – Märkte sichern

Die Erarbeitung von Normen ist eine Dienstleistung, die das DIN für die interessierten Kreise erbringt.
Die Normung wird auf Antrag und nach Einschätzung der interessierten Kreise national, europäisch und/oder international durchgeführt.
Die Aufnahme von Vorhaben bzw. Übernahme von Sekretariaten kann nur erfolgen, wenn zuvor die hierfür benötigten finanziellen Mittel von den interessierten Kreisen sichergestellt und die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit gegeben ist.
Die aktive Mitarbeit an der Erstellung von Normen ermöglicht, Technologien und Innovationen erfolgreich am Markt zu etablieren. Dadurch werden Rahmenbedingungen, Zielvorgaben und Qualitätsmaßstäbe für unternehmerisches Handeln geschaffen.
Die richtige Einschätzung der Normung für die eigene Wettbewerbsposition und die Übernahme von Verantwortung, gerade auch in den Gremien des FMV, sollte für jedes Unternehmen erklärtes Ziel sein.
Freiwillige Förderbeiträge der Wirtschaft dienen unmittelbar der Finanzierung des Arbeitsprogrammes oder einzelner Normprojekte im Rahmen der Geschäftstätigkeit des Normenausschusses. Im FMV besteht ein Förderkreis, der einen hohen Anteil der benötigten Finanzmittel aufbringt.
Die Geschäftsstelle des FMV informiert Sie gerne über die Vorteile einer Mitgliedschaft im Förderkreis.


Geschäftsstelle des FMV

Deutsches Institut für Normung DIN e. V.
Normenausschuss Mechanische Verbindungselemente (FMV)
Dr. Bärbel Schambach
Burggrafenstraße 6
10787 Berlin
Postanschrift: 10772 Berlin
Tel.: +49 30 2601-2858
Fax: +49 30 2601-42619
E-Mail: baerbel.schambach@din.de
Internet: www.fmv.din.de



   
      Fachverband des Schrauben-Großhandels e.V. (FDS)_Am Weidendamm 1a_10117 Berlin_t-030-590099588_f-030-590099488_info@fds-online.de